“(…) Kraftvoller schritt Jan Esra Kuhl im Präludium d-Moll zur Tat, dessen feurige Läufe er bravourös umsetzte. Kuhl (Jahrgang 1988), der in der Freizeit Filme gerne mit eigener Musik vertont, bewies in seiner rund sechsminütigen „freien Improvisation” Sinn für starke Assoziationen: Die Disposition von Bachs Toccata und Fuge d-Moll wurde hörbar, martialische, harte Klangblöcke erinnerten an Kampfszenen, und zu den elektronisch wirkenden flirrenden Tonrepetitionen in hoher Lage war leicht vorstellbar, wie der Raumroboter „Wall E” durchs Bild wuselt.
Kuhls Interpretationen von Regers intimem „Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria” und dem sphärischen „Le Banquet Celeste” von Olivier Messiaen umrahmten Eugene Gigouts Toccata h-Moll. (…)
Mit einer Improvisation über „Freut euch, wir sind Gottes Volk, erwählt durch seine Gnade” (Gotteslob-Nr. 722,1), in der er unter anderem in heiterer Tanzform der Freude Ausdruck verlieh, ließ Kuhl die Soiree ausklingen.”
(Thomas Kirchhoff, General-Anzeiger Bonn)