“Ein kontrastreiches Programm präsentierte der Organist Jan Esra Kuhl (Alfter) im Orgelkonzert an der großen Klais-Orgel in der Münster-Basilika Bonn. Gerade mal 19 Jahre jung ist er und studiert zurzeit im ersten Semester bei Domorganist Winfried Bönig an der Musikhochschule Köln. Kraftvoll und klar gliederte Kuhl Bachs Präludium und Fuge e-Moll (BWV 548). Die spritzigen Kapriolen in der Fuge kontrastierten apart mit dem besonnenen zweiten Satz aus der Triosonate d-Moll (BWV 527,2) „Adagio e dolce”.
Die Spätromantiker Mahler und Strauss mag Kuhl nach eigener Aussage besonders gern, aber auch mit Mendelssohn-Bartholdys Präludium d-Moll konnte er sich behaupten und verlieh den gebrochenen, aufsteigenden Akkorden gegen Ende wuchtige Intensität. „Ich sehe Dich in tausend Bildern, Maria” von Reger (bearbeitet für Orgel) bildete auch hier in seiner Innerlichkeit wieder einen starken Kontrast. Seine eigene, erst kürzlich uraufgeführte Toccata hatte es in sich – wild aber nicht ungestüm halten rasant verspielte rhythmische Elemente und teils martialischen Dissonanzen in Atem. In Messiaens meditativem „Banquet Celeste” konnte man wieder zur Ruhe kommen, und mit Durufles expressiver Harmonik in „Prelude und Toccata” aus op. 5 sorgte Kuhl für einen glanzvollen Schluss.”
(Thomas Kirchhoff, General-Anzeiger Bonn)